Schlagabtausch mit Emotionen

Auf der mit Spannung erwarteten Hauptversammlung der CeWe Color Holding AG am 26. April herrschte ein hitzige Atmosphäre. Es kam zu dem erwarteten Schlagabtausch zwischen den Finanzinvestoren und dem Aktionärskreis rund um die Erbengemeinschaft Neumüller. Das Medieninteresse war groß. Am Ende waren wohl die Stimmen der Kleinaktionäre entscheidend, die sich gegen die Finanzinvestoren aus den USA richteten.

Finanzinvestoren

Aus dem Verlauf der Hauptversammlung:

Prof. Haarmann gab mit einer Wortmeldung am Anfang der Versammlung vor Behandlung der eigentlichen Tagesordnungspunkte zu Protokoll, dass der Aufsichtsratsvorsitzende Rothärmel nicht Versammlungsleiter sein könne aufgrund bestimmter Satzungregeln. Verwaltung folgt Hinweis Haarmanns aber nicht.

Der Verdacht der Kursmanipulation wird kontrovers diskutiert.

Finanzinvestoren präsentieren 4 kompetente und erfahrene Aufsichtsratskandidaten zur Aufsichtsratswahl.

Neumüller Erben stellen ein vom Profil her mindestens ebenso kompetentes AR Ersatzmitlied zur Wahl.

Freitag zeichnet in seinem Redebeitrag die Chronologie der Ereignisse nach. Er verweist u.a. auf die Roadshow des Vorstands der Cewe Color Holding in den USA, auf denen die Aktien der Cewe Color Holding AG insbesondere Finanzinvestoren zum Kauf angeboten wurden. Stellte 78 detaillierte Fragen an den Vorstand und an den Auftsichtsrat. Zitierte aus der eidestattlichen Erklärung über das Vieraugengespräch zwischen VV Hollander und ARV Rothärmel, in dem es um die angebliche Kursmanipualtion ging. Sprach mögliche Interessenkonflikte von Vorstandsmitglied Wefers an. Erläuterte die Gründe für seinen Rückzug aus dem Aufsichtsrat.

Hollander und Rothärmel verlasen Erklärungen der Staatsanwaltschaft, aus denen hervorgeht das in zwei Fällen keine Ermittlungen eingeleileitet werden. Auf einen noch ausstehenden Bafin Bericht wurde nicht näher eingegangen.

2 Anträge auf Sonderprüfungen durch den Vertreter der Finanzinvestoren. Viele detaillierte Fragen u.a. zu Beratungsmandaten (Rechtsanwälte, PR Agenturen, ..).

Aktionärsvertreter der SdK wirkte unerfahren und stellte kaum konkrete Fragen.

Die DSW wirkte vermittelnd und forderte Kompromissbereitschaft von beiden Parteien.

Die Vereinigung Intitutionelle Privatanleger (VIP) e.V. bemängelt Intransparenz der Corporate Goveranance Strukturen, lehnte aber die von den Finanzinvestoren geforderte Sonderdividende ab. Ihr Sprecher, Hans-Martin Buhlmann, zeigte eine moderate Haltung gegenüber der Verwaltung.

Auffallend: Keine konkreten Fragen zum Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung!

(Gedächtnisprotokoll, Stand: 14 Uhr)

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